Qigong und Neigong
Qi, Qigong und Neigong–Deutsch-Übersetzung
Qi ist die Lebenskraft jedes Menschen, auch Vitalenergie genannt.
Die Menschen haben unterschiedlich viel Qi, abhängig vom Grad der Gesundheit, die wiederum vom Lebensstil und den genetischen Voraussetzungen abhängt. Qi haben heißt lebendig sein im Gegensatz zu einem toten Körper. Ein Kind wird geboren mit einem Grundstock an Qi. Wird das Qi nicht gepflegt, wird es sich im Laufe des Lebens verringern. Die Fülle von Qi ist das Geheimnis von grenzenlos scheinender Energie kleiner Kinder.
Die alten Chinesen haben Übungen entwickelt um Qi zu steigern um eine schwache Person zu stärken, eine kranke Person zu revitalisieren – und zur Entwicklung der mentalen Kapazitäten. Diese Übungen heißen Qigong, wörtlich übersetzt Energiearbeit. Durch Qigong-Übungen schaffen wir starkes, gesundes Qi und lernen es zu benutzen.
Im Qigong arbeitet man zuerst mit dem Körpergewebe und aktiviert damit die Körperflüssigkeiten, und diese wiederum bringen uns in Kontakt mit dem Qi – dadurch lernen wir das Qi zu spüren. Hat man erst Zugang zu seinem Qi, kann man durch reine Willenskraft seine Lebensenergie lenken. Im Gegenzug wird das Qi unsere Körperflüssigkeiten bewegen, diese bewegen den Körper und wir erfahren tiefe Entspannung und Öffnung des Körpers während der Übungen.
Qigong und Neigong
Unter dem Begriff Qigong versteht man alle Formen von Gesundheits-, Heilungs- und Kraftübungen sowie Training für geistige Klarheit.
1. Qigong – arbeitet von der Außenseite des Körpers nach innen.
2. Neigong – arbeitet von der Innenseite des Körpers nach außen.
Qigong wirkt zuerst auf den äußeren Meridianen und beeinflusst dadurch die Körperkernenergie. Die gleichen Prinzipien gelten für Akupunkturbehandlung um Schmerzen zu lösen, Krankheiten zu lindern oder Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten. Indem man im Qigong den Atem als Vehikel nutzt, werden ein oder sogar zwei Energieflüsse auf einmal angeregt.
Neigong oder „Innere Energie-Arbeit“ konzentriert sich auf die Entwicklung der Kernenergie. Später konzentriert sich auf das gleichzeitigen Öffnen und Energetisieren aller Qiflüsse. Weil das Qi direkt durch den Geist geleitet wird, kann der Atem, muss aber nicht mit dem Qifluss synchronisiert werden.
Was ist nun der Unterschied zwischen Qigong und Neigong? In Qigong folgt eine Komponente der anderen, also A + B + C…. Während man im Neigong mit allen Komponenten gleichzeitig arbeitet, erreicht man damit den Effekt von A x B x C….
Qigong kann bei bestimmten Problemen eingesetzt werden, doch Neigong wirkt generell auf die Entwicklung der allgemeinen Gesundheit, Kraft und Beweglichkeit.
Qigong und Neigong enthalten die innere Arbeit von Ba Gua Chang und Tai Chi Chuan. Man kann Qigong und Neigong parallel zu ihnen lernen. Sie werden sich gegenseitig positiv beeinflussen.
Die 16 Neigong – Komponenten
In Qigong, Neigong, Ba Gua und Tai Chi gibt es 16 Komponenten der Inneren Kraft. Jede hat ein unterschiedliches Niveau und viele Unterkomponenten ergeben kombiniert das Ganze.
Alle Komponenten in den Körper zu integrieren ist das Ziel. Besser übt man mehrere Komponenten parallel und nicht hintereinander, weil man somit Gesundheit, Kraft und Vitalität enorm steigern kann.
Im System gibt es längere und kürzere Wege zum Endziel. Der Längste geht durch das Erlernen der Ba Gua- oder Tai Chi-Formen ohne Neigong-Training. Hier müssen dann alle 16 einzelnen Komponenten in jeder einzelnen Ba Gua- oder Tai Chi-Bewegung geübt werden.
Oder man geht die Abkürzung über das Neigong-Training und lernt dort die einzelnen Komponenten extra und integriert sie später in die Ba Gua- oder Tai Chi-Form. Das heißt, man lernt also die Neigong-Übungen neben der Ba Gua- oder Tai Chi-Form.
Möchte man sich mehr Zeit nehmen, übt man die 16 Komponenten zuerst nur mit Neigong-Übungen und fügt sie später in die Form (Ba Gua, Tai Chi) ein.
Die 16 Neigong-Komponenten:
- Atemmethoden, von einfach zu mehr komplex.
- Fühlen, bewegen und umwandeln innerer Energien.
- Genaue, optimale Körperausrichtung um den Qifluss zu garantieren; übt man dieses Prinzip, erreicht man effektive biomechanische Körperausrichtungen.
- Auflösen aller Blockaden der physischen, emotionalen und spirituellen Aspekte des Lebens.
- Energie durch alle primären und sekundären Meridiane bewegen, einschließlich der Energietore.
- Den Körper entlang der Yin- und Yang- (Akupunktur-)Meridiane beugen und strecken, und zwar sowohl von innen nach außen, als auch von außen nach innen.
- Öffnen und schließen des Körpers (Gelenke, Muskeln, weiches Gewebe, innere Organe, Drüsen, Blutgefäße und Hirn-Rückenmarksystem), sowie alle Aspekte der subtilen Energieanatomie.
- Beeinflussen der Energie im äußeren Energiefeld.
- Energiekreise und Energiespiralen im Körper bilden und kontrollieren der Spiralenergie-Strömungen. Willentliches, zielgerichtetes Bewegen der Energie in jeden Körperteil, aber speziell zu den Drüsen, zum Gehirn und den inneren Organen.
- Aufnehmen von Energie in jeden Körperteil. Aussenden von Energie aus jedem Körperteil.
- Alle Energien der Wirbelsäule kontrollieren.
- Kontrolle über den linken und rechten Energiekanal des Körpers bekommen.
- Kontrolle über den Zentralkanal des Körpers bekommen.
- Lernen, das Untere Tantien zu entwickeln und zu kontrollieren.
- Lernen, das Obere und Mittlere Tantien zu entfalten und zu kontrollieren.
- Alle Teile des physischen und der energetischen Körper in eine zusammenhängende Energie-Einheit bringen.
Die 16 Neigong-Komponenten sind ein Auszug aus dem Buch: Die Kraft der inneren Kampfkünste und des Chi. Mit freundlicher Genehmigung des Autors Bruce Frantzis.
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